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Reichhaltige Biertradition Coburgs erkunden

Fakten und Schwänke rund ums Thema Bier

Von Christian Göller

Die Vestestadt Coburg als eine heimliche Hauptstadt der Biere zu bezeichnen, mag doch etwas vermessen sein. Dieser Titel gebührt ihrer östlichen Nachbarstadt. Doch der Bierführer Wolfgang Korn, ein waschechter Franke, hat eine Führung konzipiert, die zeigt, dass Coburg über eine reichhaltige Biertradition, bierkulturgeschichtliche Reichtümer und gastronomische Highlights verfügt, die Bierfreunden das Herz höherschlagen lassen.

Bis zu 15 Personen können an Wolfgang Korns Bierführung teilnehmen. Treffpunkt ist freitags um 18 Uhr am Ketschentorbrunnen in der Ketschengasse. Rund 1.5 Stunden Zeit muss man sich nehmen, um den Rundgang durch Coburgs Biergeschichte und –tradition zu absolvieren. Dazu kommt noch eine Bierverkostung von rund einer halben Stunde Dauer.

Wolfgang Korn recherchierte im Vorfeld seiner Führung, dass im Mittelalter, im Jahr 1399, das Coburger Bier erstmals erwähnt wurde. Die Gruppe macht zunächst einen Halt in der Oberen Salvatorgasse, denn dort wurde der Bierbrauer Anton Sturm geboren. Der unterhielt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen Biergarten, der bei den Coburgern sehr beliebt war und sich in der Hohen Straße befand. Über die Person von Anton Sturm hält Wolfgang Korn so manchen Schwank bereit, wie auch seine Führung keine wirklich „bierernste“ Angelegenheit ist. Einer der anderen ganz großen Figuren der Coburger Bierhistorie war der Dichter Jean-Paul, der von 1763 bis 1825 lebte. Wolfgang Korn erinnert daran, dass Jean Paul angeblich wegen einer Ordnungswidrigkeit Coburg verlassen musste. Denn nach einer Biertour in den Gaststätten Coburgs habe er an eine Hausfassade gepinkelt. Dabei sei er erwischt worden und habe einen Reichstaler Strafe bezahlen müssen, damals eine saftige Strafe. Da Jean Paul nicht akzeptierte, dass er den Bierkonsum in Coburg „doppelt“ bezahlen musste, habe der die Herzogstadt umgehend verlassen.

Dass nicht so sehr das Bier, sondern eher seine Behältnisse beim Coburger Gymnasium Casimirianum einmal im Jahr eine besondere Rolle spielen, erklärt Wolfgang Korn vor dem historischen Gebäude. Am Ende des Schuljahres wird die steinerne Figur des Schulgründers Herzog Casimir „bekränzt“. Es werden nacheinander den drei besten Schülern drei Glas Bier hinaufgereicht. Diese müssen geleert und dann zu Boden geworfen werden. Die Splitter sollen Glück und gute Noten für das nächste Schuljahr bringen.

Bierführer Wolfgang Korn erinnert im Weitergehen an den ehemals beliebten „Zollhof“, ein Gasthof der sich bis 1975 hinter dem Coburger Rathaus befand. Der braute bis 1884 selbst sein Bier, bis daraus die Brauerei Grasser entstand, die bis 1917 existierte und dann von der Coburger Hofbräu übernommen wurde. Bis zur Schließung sei dort nur Coburger Bier ausgeschenkt worden, dieses Faktum ist Wolfgang Korn wichtig. Dass zum Bier in Coburg natürlich eine Rostbratwurst gehört, das zu betonen, ist Wolfgang Korn ebenfalls ein Anliegen. Er erzählt die Geschichte des Stadtheiligen St. Mauritius, dessen Figur auf dem Rathaus das sogenannte „Bratwurstmännle“ ist. Sein Feldherrenstab sei das Maß für die richtige Länge der Bratwurst, die traditionell in den Ständen am Markt gebraten und verkauft wird.

Gleich am Markt befindet sich das Gasthaus „Goldenes Kreuz“, das von der Unternehmerfamilie Stoschek 2005 komplett saniert neu eröffnet wurde. Dort hält Wolfgang Korn eine Bierprobe mit dem beliebten „Kreuzbier“ ab. In der Herrengasse ist ein weiteres Ziel das Coburger Traditionslokal „Die Loreley“. Und in der Nähe des Coburger Landestheaters findet die Führung ihr Ende im Coburger „Bermudadreieck“ von „Münchner Hofbräu“, „Bratwurstglöckle“ und „Künstlerklause“.

Aktuelle Sonderreglung für die Coburger-Bierführung:

Auf Grundlage der behördlichen Vorgaben gelten für die Führungen in der Innenstadt Coburg folgende Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen:

Covid-19-Erkrankte, Kontaktpersonen und Personen mit Erkältungssymptomen dürfen nicht an der Bierführung teilnehmen. Die Gruppen sind im Moment auf zehn Personen beschränkt. Die Teilnehmer müssen sich anmelden und ihre Kontaktdaten hinterlassen.

Einen Mund-Nasen-Schutz bitte mitbringen und die gültigen Abstandsregen beachten. Der Mund-Nasen-Schutz ist nicht erforderlich im Freien, in Innenräumen muss dieser unbedingt getragen werden.

Brauereiwanderungen sind bis auf weiteres noch nicht möglich!

Bierige Erlebnisse Auf Historischen Pfaden

Möchten Sie Bier und Genuss kombinieren, dann lassen Sie sich begeistern von unseren Brauereiwanderungen durch das Staffelsteiner Land. Wir wandern auf historischen Pfaden zu kleinen heimischen Brauereien und geschichtsträchtigen Wirtshäusern.

Bierige Erlebnisse auf historischen Pfaden

Planen Sie ihren Ausflug bei "Bierige Erlebnisse" - ob Firmenausflug, Verein, Stammtisch oder Feuerwehr - wir bieten das perfekte Biererlebnis!

 

Tour: Vierzehnheiligen-Alter Staffelberg-Uetzing-Stublang  -  10 km

Die geführte Bierwanderung beginnt im bekannten Wallfahrtsort Vierzehnheiligen. Nach einem kurzen Besuch der Basilika geht es im Anschluß zur Brauerei Trunk. Hier wird uns Braumeister Andreas Trunk persönlich durch die Alte Klosterbrauerei führen und erklären wie nach alter Handwerkskunst Bier gebraut wird. 

Noch vor dem 12-Uhr-Läuten wartet im idyllischen Biergarten der Brauerei ein gemütliches Weißwurstfrühstück auf uns.

Klosterbrauerei Trunk auf Vierzehnheiligen

© Christoph Winter

Gestärkt geht es über den Höhenweg am Alten Staffelberg entlang in den Döbertengrund nach Uetzing ins "Land der Nüsse".   

Im Ort besuchen wir die historische Brauereigaststätte Josef Krappmann, die vom jetzigen Eigentümer Stephan Schütz in den vergangenen Jahren liebevoll restauriert wurde. 

Beim "Stephan" können wir uns ein eigenes Bild davon machen, wie vor mehr als 80 Jahren in Uetzing "flüssiges Gold" hergestellt wurde. Wir dürfen das alte Brauhaus bestaunen und tauchen in die faszinierende Welt der damaligen Braukunst.

© Stephan Schütz - Historische Gaststube in Uetzing

© Stephan Schütz

Als nächste Station geht es zum Uetzinger Metzgerwirt Manfred Reichert. Bis vor einigen Jahren wurde noch im Wurstkessel der hauseigenen Metzgerei Bier gebraut. Seine Brauerei mit Tante-Emma-Laden am Ortsausgang ist ein ganz besonderes Erlebnis.

© Manfred Jahrreis

Auf dem Bierwanderweg durch das Staffelsteiner Land gibt es einen weiteren Anlaufpunkt. Von Uetzing aus führt uns der Weg durch die Sulliggasse über einen leichten Aufstieg nach Frauendorf. Der kleine Ortsteil im Lautergrund beherbergte in vergangener Zeit ein Frauenkloster. Aber nicht nur den Frauen schmeckt hier das Bier: Gegenüber der St. Ägidus-Kirche in der Ortsmitte braut die Familie Kunzelmann seit 1867 drei verschiedene Biersorten, die auch den Männern hervorragend schmecken.

© Roland Morgenroth - Brauerei Hetzel in Frauendorf

© Roland Morgenroth

In Stublang erwartet uns Braumeister Hubert Dinkel in seinem urigen Brauereihof zu einer Brauereibesichtigung und ausgiebiger Brotzeit aus eigener Herstellung.

© Hubert Dinkel - Der urige Brauereihof von Hubert Dinkel in Stublang

© Hubert Dinkel

Das beliebte Lagerbier der Brauerei wird seit mehreren Generationen nach einem alten überlieferten Familienrezept hergestellt. Seit einiger Zeit wird auch ein obergäriges Bier mit Roggenmalz gebraut. Ein Roggenbier - naturbelassen und unfiltriert!

Die Staffelberg-Bräu in Loffeld © Helga und Karl-Heinz Wehrfritz

© Helga und Karl-Heinz Wehrfritz

Ausklingen lassen wir den Bierwandertag in Loffeld. Die Staffelberg-Bräu befindet sich seit 1856 in Familienbesitz und ist über den Landkreis hinaus für seine süffigen Biere und leckeren Fisch- und Wildgerichte bekannt.

 

Tour: Seßlach-Heilgersdorf-Memmelsdorf-Kaltenbrunn  -  13 km

Bei der geführten Bierwanderung im Rodachtal kommen Biergenießer auf ihre Kosten. Auf der 13 Kilometer langen Strecke erfahren die Wanderer viel über die Braugeschichte von Seßlach, Heilgersdorf, Memmelsdorf, Untermerzbach und Kaltenbrunn. An den Stationen probieren wir frisch gezapfte heimische Biersorten und erleben entlang des Wanderweges eine bezaubernde Landschaft.

Die Wanderung beginnt mit einer Führung im idyllischen Städtchen Seßlach und dem Besuch des historischen Kommunbrauhauses, das 1892 errichtet wurde.

© Bettina Knauth - Kommunbrauhaus Seßlach

© Bettina Knauth - Kommunbrauhaus Seßlach

Bis vor wenigen Jahren trugen die Seßlacher Hausbrauer noch ihr Bier in Butten nach Hause - leider untersagt dies in der heutigen Zeit das Lebensmittelgesetz.

© Klaus Fischer-Häke - Brauerei Scharpf in Heilgersdorf

© Klaus Fischer-Häke - Brauerei Scharpf in Heilgersdorf

Als zweite Anlaufstelle folgt die Brauerei und Gastwirtschaft Scharpf in Heilgersdorf. Hier schmeckt nicht nur das bekannte Märzenbier, sondern auch die Bratwürste und Brotzeitteller sind ein wahrer Genuss.

Im Anschluss wandern wir über Memmelsdorf, vorbei an der ehemaligen Braustätte Präcklein, nach Untermerzbach.

© Henrik Waldhäuser - Brauerei Baumann in Untermerzbach, jetzt Baumann's Gasthaus

© Henrik Waldhäuser - Brauerei Baumann in Untermerzbach, jetzt Baumann's Gasthaus

Hier brauten in vergangener Zeit drei Brauereien ihr Bier: Die Nembach-Bräu, Brauerei Baumann und die Schramm's Brauerei.

Auf unserer Zwischenstation im kleinen Fachwerkort besuchen wir das Wirtshaus "Baumanns", ehemals Brauerei Baumann und die aufgelassene Brauerei Nembach.

Als letzte Station geht es zur Traditionsbrauerei Schleicher nach Kaltenbrunn. Hier lassen wir uns zum Abschluss mit Bierspezialitäten und herzhafter Küche verwöhnen.

© Oskar Döllinger - Brauerei Schleicher in Kaltenbrunn

© Oskar Döllinger

Genießen Sie unseren Bierwandertag bei fränkischer Gastlichkeit und erleben Sie die Leidenschaft für das unverfälschte Bier aus dieser Region.

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